Werrabrücke - Widdershausen aktuelles Projekt

Chronik Widdershausen
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Werrabrücke

Chronik 3 > Werra
Werrabrücke zu Widdershausen

Im Jahre 1580 berichtete die Gemeinde Widdershausen nach Kassel, daß ihre Werrabrücke baufällig geworden sei. Der Vater des Landgrafen habe seinerzeit das Holz für diese Brücke kostenlos zur Verfügung gestellt. Sie bitten in ihrem Schreiben, nachdem der Friedewalder Förster sie abschlägig beschieden hatte, daß mir solch Holz nochmals zu solcher Brücke bekommen mögen. Sie begründen ihren Antrag, auch daß U(nser) f(ürstlichen) G(naden) Zoll gebessert und erhalten werden möge.

Quelle: Widdershausen/Werrabrücke 1580, Staatsarchiv Marburg, 17e Friedewald, Nr. 66
Die alte Werrabrücke (Zweibogenbrücke aus Eisenkonstruktion) um 1935, Vergößerung von einer Postkarte über Widdershausen
Die Brücken, ihr Unterbau und besonders die Flußufer erlitten alljährlich bei Aufbruch des Eises grosse Schäden durch den Eisgang. Zwar waren fast alle durch besondere vor den Brücken im Wasser stehende Eisbrecher und Schollenabwehrer vor dem Anprall der Eisschollen geschützt. Aber wenn die Gewalt der hochgehenden Tau- und Schmelzwasser von Rhön und Thüringer Wald die Eisschollen gegen die Eisbrecher warf, die aus schweren Eichenstämmen bestehenden A-Masten aus dem Grunde riß und als Sturmböcke gegen die Brückenpfeiler warf, dann hat kaum eine Brücke diesen Gewalten stand halten können. Im Jahre 1789 wird die Widdershäuser Werrabrücke von der Eisflut weggerissen und fortgeschwemmt. Das nachfolgende Hochwasser spülte in der Widdershäuser Flur die großen Amtsgrenzsteine aus und nahm diese über grosse Strecken mit, so daß bei der amtlichen, terminmäßigen Grenzbegehung “grenzenloses Erstaunen” herrschte.

Quelle: Bruno Frießner, Die Werra-Brücken, 1750-1800, Heimatkalender des Kreises Hersfeld, 1957
Die alte Werrabrücke auf einer Aufnahme von 1930
Gesuch der Gemeinde Widdershausen aus dem Jahre 1796 um Verabreichung von Holz zum Brückenbau und zur Erhebung eines Brückengeldes von Ausländern (Prov.: Regierung Kassel)
Quelle: Staatsarchiv Marburg, Ortsrepositur Widdershausen 17e, Nr. 2

Vor dem Bau der Werrabrücke am jetzigen Standort in Widdershausen führte die Brückengasse zu einer alten Werrabrücke (1769 in der Nähe der ehemaligen Schneidmühle) nach Dippach bzw. Leimbach.

Die Brückengasse in Widdershausen hat zu einer alten Werrabrücke geführt, vorher soll es hier eine uralte Furtstelle gegeben haben, die durch die Werra nach Dippach und Leimbach geführt haben. An dieser Stelle versuchte um 1900 ein Pferdefuhrwerk (welches Kali nach Gerstungen transportierte und sich auf dem Rückweg befand) trotz Warnung der Anwohner die Werra zu überqueren, Kutscher und Pferde ertranken. Die Werra hatte für Widdershausen von alters her eine Bedeutung. 100m werraabwärts der heutigen Werrabrücke, auf der Höhe der heutigen Brückengasse wird eine alte Furt vermutet.
Hochzeitsfoto der Hochzeitsgesellschaft Wenk/Nagelschmidt auf der alten Werrabrücke
Die Höhenzüge waren damals passabler als die versumpften Niederungen. Die Holzbrücken wurden etliche Male durch Hochwasser und treibende Eisschollen zerstört. Dann wurde wieder die Furt benutzt. Trotz bestehender Brücke fuhren immer wieder Pferdewagen durch das knietiefe Wasser der Furt, um Pferde und Wagen vom Straßenschmutz zu reinigen.

Die Brücke muß im 30-jährigen Krieg zerstört worden sein, „da wegen der fehlenden Brücke über die Werra die Verbindung nach Heringen lange unterbrochen war, so wurde Widdeshausen bald nach